Kassette - Infos und Tipps

In Zeiten des Internets und moderner Festplatten scheint die Kassette überholt. Doch nicht nur Nostalgiker nutzen die Kassette heute noch, die Kassette hat immer noch einen praktischen Nutzen. Doch was gibt es für Kassetten? Wie funktionieren sie? Wie kann man Kassetten digitalisieren? Auf dieser Seite erfährst du alles rund um die Kassette!

Arten der Kassette

Im Wesentlichen gibt es 2 Arten der Kassette:

Die weiteren Typen der jerweiligen Arten findest du auf den Unterseiten. Außerdem kannst du dort mehr über das Kassetten Digitalisieren erfahren!

Verbreitung der Kassette

Die ersten Kassetten gab es in den 1960er Jahren und wurden von dem niederländischen Unternehmen Philips auf den Markt gebracht. Neben der Schallplatte (LP) war die Kassette jahrzehntelang das meistgenutzte Audio-Medium schlechthin. Die Kassetten und auch die LPs wurden nach und nach von der Compact Disc (CD) abgelöst. Bei uns in Europa ist die Kassette nur noch sehr gering vertreten. In Schwellenländern hingegen erfreut sich die Kassette nach wie vor sehr großer Beliebtheit. Dies hängt mit der einfachen Technik und ihrer Robustheit zusammen.

Geschichte der Kassette

Alles begann im Jahre 1935. Die Firma AEG stellte ein Tonbandgerät unter dem Namen "Magnetophon" vor, welches mit offenen Bandwickeln arbeitet aber ansonsten auf der gleichen Technik beruht, wie die bei uns heute bekannte Musikkassette. Da nur sehr wenig dieser Geräte produziert wurden waren diese vergleichsmäßig teuer in der Anschaffung und recht kompliziert zu bedienen. Verstärkt wurden diese Geräte im Bereich des Hörfunks und der Tonstudios eingesetzt. Den Einsatz im privaten Bereich erfolgte erst in den 1950er Jahren, als die Geräte etwas günstiger wurden. Allerdings kosteten die Geräte immer noch zwischen 700 und 1.500 DM. Würde man heute ein solches Gerät kaufen wollen, würde es - inflationsbereinigt - zwischen 1.600 und 3.400 Euro kosten. Das damalige Tonbandgerät war aufgrund seiner Größe, welche von der verwendeten Elektronenröhre abhing, selten in den privaten Haushalten anzutreffen. Erst in den 1960er Jahren als die Preise noch weiter fielen und die Spulentonbandgeräte eine bessere Ausstattung erhielten fand das Gerät immer mehr Einzug in die Wohnzimmer.

Kassetten kommen in die Haushalte

Die Firma Philip stellte in Berlin bei der 23. Großen Funk-Ausstellung im Jahre 1963 die erste Tonbandkassette vor, nebst dem dazugehörigen Abspielgerät: einem Kassettenrekorder, welcher mit Transistoren bestückt war. Die Kosten hierfür lagen bei knapp 300 DM, was - wieder inflationsbereinigt - einem heutigen Preis von etwa 600 EUR entsprechen. Betrieben wurde das Gerät mit Batterien. Ein Stromanschluss war bei diesen Geräten noch nicht vorgesehen. Konkurrenz bekam das Gerät aus dem Hause Grundig. Das Unternehmen verwendete sein eigenes System, welches Kassetten verwendete, die etwas größer waren, als die von der Firma Philips. Allerdings wurde das System kurze Zeit später vom Markt genommen, da es sich gegen das Konkurrenz-Produkt nicht durchsetzen konnte.

Die Kassette in Amerika

In Amerika tauchte zu diesem Zeitpunkt eine 8-Spur-Kassette auf, die sich im Car-Stereo-Bereich durchsetzte. Allerdings hielt dieser Trend nur bis in die 1980er Jahre an. Von da an setzte sich auch hier die noch heute bekannte Musikkassette durch. Auch Sony versuchte sich und brachte ein eigenes Modell auf den Markt. Obwohl dieses eine bessere Klangqualität aufweisen konnte schaffte es diese Art der Kassette nicht, sich auf dem bestehenden Markt durchzusetzen.

Von der Sprachaufnahme zur Musikaufnahme

Die ursprüngliche Gedanke der Compact Cassette war, dass sie für Sprachaufnahmen gedacht war. Bald kam man auf die Idee, diese auch für die Aufnahme von Musik zu nutzen. Dies war eine kostengünstige Möglichkeit, gerade für junge Leute, Musik aus dem Radio aufzunehmen und zu "konservieren". Schon damals hatte die Musikindustrie vor Umsatzrückgängen Angst und startete u.a. Kampagnen gegen die Aufnahme von Musik auf Kassetten, wie z.B. durch "Home Taping is killing Music". Das Gegenteil trat ein. Produziert wurde Kombigeräte, aus Radio und Kassettenteil, die es ermöglichten direkt die Musik aus dem laufenden Radioprogramm aufzunehmen. Durch den zunehmenden Absatz von diesen Geräten entwickelte sich auch die Kassette immer weiter. Die Magnetbänder gewannen an Klangqualität, was letztendlich auf die verschiedenen Beschichtungen der Bänder zurück zu führen ist. Neben den klassischen Eisenoxidbändern gab es Chromdioxid- und später noch die Reineisen-Beschichtung.

Gründe für den Siegeszug der Kassette

Was auch ausschlaggebend für den Siegeszug der Tonbandkassette war, war die Möglichkeit, dass Bandrauschen quasi auf Knopfdruck zu unterdrücken. Diese Möglichkeit bekam den Namen Dolby-B-Rauschunterdrückung und wurde bereits in den 1960er Jahren entwickelt. Das erste Autoradio mit Abspielfunktion für Audiokassetten kam im Jahr 1968 auf den Markt und nur elf Jahre später entwickelt die Firma Sony den ersten tragbaren Kassettenspieler der Welt, den Walkman.